Eine Auswertung des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok kommt zu dem Schluss: Ausländer aus bestimmten Herkunftsländern begehen häufiger Straftaten. Wie lässt sich das erklären? Und welche Rolle spielen Alter und Sozialstatus?
Eine Auswertung des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok kommt zu dem Schluss: Ausländer aus bestimmten Herkunftsländern begehen häufiger Straftaten. Wie lässt sich das erklären? Und welche Rolle spielen Alter und Sozialstatus?
Das ganz große Problem hier (und damit kommen wir wieder auf den Anfang zurück) ist die arbiträre Gruppierung.
Um wieder auf meine Simulation von vorhin zurück zu kommen: Chunk 1856 hat eine auffällig hohe Gewaltbereitschaft gezeigt. Sie sind 5x so gewalttätig wie der Durchschnittschunk. Sollten wir die also alle abschieben?
Jetzt ist es allerdings so, dass die Personen in dem Chunk vollständig zufällig ausgewählt wurden. Ja, da sind mehr Gewalttäter drin als im Durchschnittschunk, das liegt aber nicht daran, dass sie diesem Chunk zugehörig sind, und die anderen Leute in dem Chunk können rein gar nichts dafür, dass sie mit Gewalttätern im gleichen Chunk sind.
Im Beispiel von meiner Simulation ist das sogar bewiesenermaßen tatsächlich so, es gibt dort nämlich keine Merkmale wie Alter, Geschlecht, Herkunftsland oder sonst irgendwas, und trotzdem sieht man da Chunks, die viel, viel mehr gefährliche Leute beinhalten als Andere.
Hier kommt der Knackpunkt: Die Statistik zeigt nur Korrelation, nicht Kausation. Wir wissen, dass sich in einer bestimmten Gruppe z.B. mehr Gewalttäter befinden. Wir wissen aber nicht, ob das deswegen ist, weil sie der Gruppe zugehörig sind.
Es gibt ein paar Umstände, wo wir tatsächlich Kausation kennen im Fall von Verbrechen. So ist z.B. Kleinkriminalität wie Diebstahl, Einbrüche, Raub oder Drogen dealen deutlich lukrativer für Arbeitslose. Die haben wenig Geld, also ist Geld für sie mehr wert und eben teils wert genug um dafür kleinere Verbrechen zu begehen.
Jemand, der einen gut bezahlten Job hat, der begeht seltener einen Diebstahl, weil ein Jobverlust durch eine Verurteilung viel zu teuer wäre.
Arm sein ist eben ein Katalysator für Verbrechen. Das ist aber unabhängig davon ob man Ausländer ist oder nicht. Es wäre somit generell allen mehr geholfen, wenn man was gegen Armut tut, unabhängig von der Nationalität.
Man sollte sich also nicht um Umstände kümmern, wo man nur Korrelation kennt, sondern um die, wo wir die Kausalität haben.
Zu guter Letzt: Es bringt nicht viel sich Umstände anzuschauen, die man nicht ändern kann. Die Herkunft kann man nicht ändern.
Schaut man sich nämlich eine andere Gruppe an, dann wird das sehr deutlich: Männer begehen 440% so viele Straftaten wie Frauen. Bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung sind es 452%. Und bei Sexualstraftaten sind Männer sogar 3233% überrepräsentiert.
Was sollte man denn da machen? Alle Männer deportieren?
Ich als Mann der noch nie eine Straftat egal welcher Art begangen hat, würde das jetzt nicht so toll finden.