Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?


Diese Woche stand bei mir ganz im Zeichen Thomas Manns.
Anfang der Woche habe ich Tod in Venedig gelesen. Das fand ich nicht wirklich unterhaltsam. Auch wenn hier sehr offensichtlich ein Autor schreibt, der sein Werk versteht und hoch gebildet ist, hat mich die Handlung nicht wirklich abgeholt. Manns opulenter Schreibstil mit langen Sätzen, zusammengeschachtelt aus zig Nebensätzen und anderen Konstruktionen liest sich für mich extrem zäh. Auch seine Tendenz hier permanent Referenzen zum alten Griechenland einzubauen machte das ganze zwar eindrucksvoll und gibt dem dazu gebildeten Leser sicher einiges an Tiefe, für mich war es aber dadurch ziemlich anstrengend ihm auf seinen Gedankengängen zu folgen.
Irgendwas muss mir aber doch gefallen haben an Mann, denn ich wollte es nicht bei diesem ersten, eher unglücklichen Eindruck belassen. Deswegen habe ich danach Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull gelesen. Das hat mich deutlich besser unterhalten und war auch um einiges leichter zu lesen, weil Krull augenscheinlich die Bildung fehlt um ständig die alten Griechen heraufzubeschwören. Er ist zwar in Teilen extrem ausschweifig und verbos, auch hier finden sich Manns ausladende Satzkonstrukte, aber insgesamt sieht man hier, dass der Protagonist zwar versucht eine Aura von Klasse und Bildung zu projizieren, sie aber nicht hat. Das macht den Text menschlicher als bei dem alten Künstler in TiV. Auch merkt man hier mehr von einer Art Klassenbewusstsein, das Felix zwar als positiv empfindet, er stellt sich gerne als „aus feinerem Holz geschnitzt“ dar, aber der Text kritisiert es unterschwellig trotzdem. Leider hat Mann diesen Roman nicht fertig gestellt. Gegen Ende zieht es sich zwar etwas, aber der Handlung hätten 2/3 mehr Teile zu den 3 existierenden sicher gut getan.