Hallo zusammen,

heute ist die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin. Ab 17 Uhr kann man für 7,5€ in viele Museen und Forschungseinrichtungen gehen und dort Präsentationen, Vorführungen and Experimente sehen, woran die da so forschen. Ich kann es sehr empfehlen, da sind vieeeeeele interessante Dinge dabei. Leider sind die Tickets mittlerweile aber keine BVG Tickets mehr.

Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.

Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?

  • Augustiner
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    1 month ago

    Ich habe in der letzten Wochen The Master and Margarita von Mikhail Bulgakov fertig gelesen. In einer der letzten Wochen hatte ich ja schon dazu geschrieben. Jetzt bin ich fertig und fand es insgesamt eine sehr beißende und unterhaltsame Sartire auf die Sovietgesellschaft. Manchmal rutscht es mir zu sehr ins Paranormale und ins lächerliche, das Thema ist ja eigentlich ein ernstes, aber mir ist auch bewusst dass das Buch für die Sovietmenschen geschrieben wurde, nicht für mich, und dass diese wahrscheinlich lieber Witze über ihre gesellschaftlichen Probleme hören wollten, als Schauergeschichten über die Gulags.

    Dann habe ich noch Catch 22 von Joseph Heller gelesen. Der Bombenschütze Yossarian hat im WW2 mehr als 50 Missionen geflogen und dabei eine schreckliche Angst vor seinem Job entwickelt. Doch immer wenn er die Anzahl an Missionen erreicht, mit der er nach Hause geschickt werden dürfte, wird die Anzahl gesteigert. Hellers absurder Humor und seine Kriegs- und Systemkritik sind absolut treffend und das Werk hat in vielen Kapiteln auch genug Tragik, dass es sich nicht nur wie eine Farce liest. Manchmal zieht es sich ein bisschen aber im Großen und Ganzen ist es sehr unterhaltsam. Während dem Vietnam Krieg wurde es in den USA zum Antikriegs Klassiker. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

    • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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      1 month ago

      Catch22 ist für mich der kleine Bruder von Im Westen Nichts Neues, der mit Humor versucht das Trauma zu verarbeiten. Sehr gut geschrieben und unterhaltsam, ohne die Probleme aber dadurch ins Lächerliche zu ziehen. Und ist auch nicht so lang, kann man gut zwischendurch lesen.

      • Augustiner
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        1 month ago

        Ich versteh was du meinst, in der Handlung sind sie sehr ähnlich und auch die Kameradschaft zwischen den Figuren hat viele Parallelen.

        Aber ich finde Heller ist mit seinen Aussagen deutlich Systemkritischer und manchmal konnte ich mir vorstellen, dass er dieses Buch auch über einen komplett anderen Corporate Job hätte schreiben können. Yossarian könnte genauso gut Mienenarbeiter oder so sein. MMn zeigt Heller also viel mehr wie stupide und sinnlos viele unserer hierarchischen und gesellschaftlichen Strukturen sind, als dass er explizit über Krieg schreibt.

        Remarque zeigt besser wie schrecklich und tragisch der Krieg ist und wie absurd es ist, Generationen junger Männer in den Tod zu treiben aber bei ihm ist der Fokus weniger auf das System dahinter als die Kameradschaft und das allgemeine Leiden gerichtet. Deswegen fand ich ihn tatsächlich näher verwandt mit Borchert oder Hemingways A Farewell to Arms als mit Heller.